Pressemitteilung
Runder Tisch „Selbstbestimmtes Wohnen in Neuwied"
Das „Zuhause Wohnen im Alter" steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Runden Tisches „Selbstbestimmtes Wohnen in Neuwied".
In drei Referaten „Design für Alle – Konzepte für die Zukunft" (Christoph Krause, Leiter Kompetenzzentrum, Handwerkskammer, Koblenz), „Finanzierung von Barriereabbau" (Sabine Mikic, ISB, Mainz) und „Was zahlt die Pflege- und Krankenversicherung bei Verbesserungen des Wohnumfeldes für pflegebedürftige Menschen" (Achim Krokowski, Pflegestützpunkt, Neuwied) wird eine umfassende Information gegeben.
Die Veranstaltung findet unter der Moderation von Christof Henn (GSG) am Mittwoch, 22. Mai 2013 um 16:00 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 5, Neuwied, statt.
Barrierefreies Wohnen in der Innenstadt
Spatenstich in der Kirchstraße
Zwei alte Häuser in der Innenstadt von Neuwied waren nicht mehr modernisierungsfähig. Die GSG entschied, diese Bauten in der Kirchstraße abzureißen und durch einen Neubau mit acht Wohnungen zu ersetzen. Beim Spatenstich dankte Oberbürgermeister Nikolaus Roth für das Engagement der kommunalen Wohnungsgesellschaft: „Dieses Projekt erfüllt gleichzeitig mehrere Forderungen an modernes Wohnen und Stadtentwicklung:
− Die Wohnungen sind barrierefrei und damit besonders für alte Menschen geeignet. − Es bringt Wohnen zurück in die Innenstadt. − Der Wohnraum bleibt dank öffentlicher Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz mit 4,75 € / m² Anfangsmiete bezahlbar. − Es ist ein Beispiel für Investitionen in die „Aktive Innenstadt“ und führt zu einer Aufwertung der Kirchstraße“.
Hinsichtlich der energetischen Betrachtung des Gebäudes schlägt die GSG erstmals einen neuen Weg ein und verzichtet auf das derzeit übliche Wärmedämmverbundsystem, so Herr Heinz-Peter Schmitz (Technischer Geschäftsführer). Das Gebäude wird in monolithischer Bauweise errichtet. Dazu wird ein hochwärmedämmender Bims-Leichtbeton-Mauerstein verwendet. Darüber hinaus kommt ein alternatives Infrarot-Heizverfahren zum Einsatz, dessen Wirkung durch die Verwendung von infrarotwirksamen Farben und Folien unterstützt wird. Da dieses Heizverfahren in den bekannten Berechnungsprogrammen zur Erstellung des Nachweises nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht erfasst wird, wurde ein Antrag zur Befreiung von Teilen der EnEV gestellt. Diesem wurde seitens der Genehmigungsbehörde stattgegeben.
Die Baukosten haben der GSG Sorge bereitet. So besteht die Notwendigkeit einer Pfahlgründung mit 35 Mikropfählen je 15 cm Durchmesser. Trotz Halbsperrung der Kirchstraße führt auch die beengte Baustelle zu Kostensteigerungen. Hinzu kommen die hohen Grundstückskosten in der Innenstadt. „Ein Renditeobjekt wird der Neubau nicht. Man kann eher von einer Stadtrendite ausgehen“. Sagt Geschäftsführer Christof Henn. Er verweist auf die hohe architektonische und stadtplanerische Qualität und dankt dafür dem hauseigenen Architekten Thorsten Martin. Das Haus werde durch eine Laubengangerschließung entlang der Kirchstraße einen guten Schallschutz bieten. Zusammen mit der Ausrichtung der Balkone nach Südwesten ergebe dies eine Nutzerfreundlichkeit mit hoher Lebensqualität.
Für die GSG Geschäftsführung ist die Neubauinvestition nach dem Bau des betreuten Wohnens in der Rheinstraße ein weiteres Beispiel für die Verantwortung der GSG zur Aufwertung der Innenstadt und zur barrierefreien Wohnraumversorgung in guter Lage. Als nächstes Objekt sind 10 Wohnungen in Verbindung mit einem 3-gruppigen Kindergarten im Rheintalweg 14 / 16 geplant. Erhoffter Baubeginn noch in diesem Jahr. Die GSG werde ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bei Beachtung wirtschaftlicher Grundsätze weiterhin gerecht.
Bauherr: GSG Neuwied mbH Architekt: Thorsten Martin, GSG Wohnfläche 451 m² Anzahl der Wohnungen 8 Umbauter Raum 3.117 m³ Baukosten 1,4 Mio. €
GSG ist weiterhin offen für das Thema Gemeinschaftswohnen
„Die GSG steht der Idee des gemeinschaftlichen Wohnens nach wie vor offen gegenüber.“ Dies betonen die beiden Geschäftsführer Christof Henn und Heinz-Peter Schmitz als Reaktion auf die Kritik, die der Verein „Gemeinschaftliches Wohnen-Neuwied“ in der Ausgabe der RZ vom 23. Januar geäußert hat.
So habe die GSG der Initiative bei zwei geplanten Bauvorhaben eine Kooperation angeboten, unterstreichen die beiden Geschäftsführer das Interesse der Siedlungs-Gesellschaft an innovativen Wohnformen. Der Standort Rheintalweg 14/16 sei aber leider von dem Verein als nicht geeignet abgelehnt worden. Und am Standort Kirchstraße 22/24, dessen Bau im April 2012 beginnen soll, wurde nach Angaben der GSG eine Zusammenarbeit bei der Belegung der acht geplanten Sozialwohnungen offeriert. „Aufgrund der beengten Verhältnisse an diesem Standort gab es hier nur eine tragbare wirtschaftliche Variante“, fügen die Geschäftsführer hinzu. Ein Gemeinschaftsraum sei daher nicht möglich, über die gemeinschaftliche Nutzung einer der acht Wohnungen könne jedoch nachgedacht werden.
Die von dem Verein „Gemeinschaftliches Wohnen-Neuwied“ ebenfalls angesprochene Bebauung „Zeppelinhof“ sei noch in einem sehr frühen Planungsstadium. Hier muss zunächst der Bebauungsplan geändert werden, bevor die GSG die Grundstücke überhaupt erst erwerben kann. Die bisherige Vorplanung diente daher allein der Entwicklung städtebaulicher Perspektiven und der Prüfung der wirtschaftlichen Machbarkeit.
„Bauprozesse sind von der Grundstückssuche über die Planung bis zum fertigen Bau langjährige Verfahren. Hier kann es keine kurzfristigen Lösungen geben. Und nicht zuletzt müssen alle Bauinvestitionen wirtschaftlich darzustellen und verantwortbar sein. Dies auch im Interesse der bisherigen Mieter der GSG“, betonen Christof Henn und Heinz-Peter Schmitz.
Die GSG, so fügen die Geschäftsführer abschließend noch einmal hinzu, bleibe jedoch beim Gemeinschaftswohnen kooperationsbereit. So werde 2012 gemeinschaftliches Wohnen erstmals als Förderungstatbestand in die soziale Mietwohnungsbauförderung Rheinland-Pfalz aufgenommen. Die GSG prüfe daher zurzeit mit der Landesregierung, ob ein Pilotprojekt dieser neuen Förderung auch in Neuwied verwirklicht werden kann. |